
Staatsarchiv Münster - Ansicht vom Bohlweg |
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Geschichte und Zuständigkeit
Schon bald nach der Schaffung der preußischen Provinz Westfalen wurde damit begonnen, das während
der französischen Fremdherrschaft vernachlässigte Archivgut der vormaligen westfälischen Territorien
und aufgehobenen Klöster und Stifte systematisch zu sammeln. Zu diesem Zweck entstanden 1821 auf
Anweisung des Staatskanzlers Hardenberg vier "Archivdepots" in Arnsberg, Höxter, Münster und Paderborn,
später kam noch ein fünftes in Minden hinzu.
1829 wurden die übrigen Depots dem in Münster unterstellt, dieses wurde 1831 in ein "Königliches
Provinzialarchiv" umgewandelt. Kurzfristig war sogar erwogen worden, in Minden ein zweites
Provinzialarchiv einzurichten. Die Überführung der Bestände des Archivdepots nach Münster konnte indes
erst 1852 abgeschlossen werden. 1867 erfolgte die Umbenennung in "Königlich Preußisches Staatsarchiv
Münster".
Nach der Gründung des Landes Nordrhein Westfalen im Jahre 1946 wurde aus dem preußischen Staatsarchiv
Münster ein nordrhein-westfälisches. War jenes vorher für die gesamte preußische Provinz Westfalen, also
für die drei Regierungsbezirke Arnsberg, Minden und Münster zuständig gewesen, so ergab sich nun für
dieses eine Beschränkung des Zuständigkeitsbereiches auf die Regierungsbezirke Arnsberg und Münster.
Durch die Zusammenlegung des Regierungsbezirks Minden mit dem ehemaligen Land Lippe war nämlich der
neue Regierungsbezirk Detmold gebildet worden, für den nun das aus dem Lippischen Landesarchiv
hervorgegangene Staatsarchiv Detmold zuständig wurde. Das hatte zur Folge, daß 1963 die Archivalien
der Regierung Minden und der ihr unterstellten Behörden aus der Zeit ab 1816 nach Detmold abgegeben
werden mußten. Allerdings verblieben die ostwestfälischen Urkunden und Akten aus der Zeit vor 1815
in Münster.
Neben einer Zentralabteilung für allgemeine Verwaltung (ZA) und allgemeine Archivangelegenheiten (ZB)
bestehen zwei regional gegliederte Abteilungen, und zwar je eine für das nördliche Westfalen (I) und das
südliche Westfalen (II) mit insgesamt 8 Dezernaten.
Der Magazinbereich verfügt über rund 30 Regalkilometer Lagerungskapazität und ist mit platzsparenden
schwenkbaren Regaleinheiten ausgestattet. In den seit dem Bezug des Neubaus vergangenen 20 Jahren wurden
jedoch die Magazine bereits weitgehend belegt. Im Hinblick auf den Raumbedarf erhielt das Staatsarchiv
Münster 1995 ein provisorisches Ausweichmagazin in dem aufgelassenen Befehlsbunker der Bezirksregierung
Münster in der immerhin 30 km von Münster entfernten Gemeinde Nottuln (Kreis Coesfeld). Dorthin werden
weniger häufig benutzte Archivalien ausgelagert. Ein Benutzerraum ist für Nottuln nicht vorgesehen.
Das Staatsarchiv verfügt über eine Restaurierungswerkstatt und eine Fotowerkstatt. In der
Restaurierungswerkstatt können die erforderlichen Restaurierungsarbeiten und konservatorischen Maßnahmen
(Pergament-, Siegel- und Papierrestaurierungen sowie buchbinderische Arbeiten) an den eigenen Beständen
durchgeführt werden. Die Fotowerkstatt ist so ausgestattet, daß sie in der Lage ist, die gängigen
Fotoarbeiten (Fotokopien, Mikrofilme, Schwarzweiß- und Farbaufnahmen einschließlich großformatiger
Schwarzweiß und Colornegativen sowie Diapositiven) gerade auch für Archivbenutzer zu erledigen.
(Quelle: Infobroschüre "Archive in NRW")
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